Rubellit Ignis, 21,16 ct aus Brasilien, facettenreicher Rundschliff

Turmalin und Rubellit – Edelsteine mit Feuer

Kaum ein Edelstein zeigt so viele Farben wie der Turmalin. Es gibt ihn in Grün, Blau, Gelb, Rosa und Rot, zweifarbig wie eine Wassermelone oder in dem Blaugrün, das man Lagoon nennt. Unter all diesen Farben hat einer einen eigenen Namen bekommen: der Rubellit, der rote Turmalin. In diesem Ratgeber erklären wir, was einen Turmalin ausmacht, wann ein roter Turmalin Rubellit heißen darf und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist ein Turmalin?

Turmalin ist kein einzelnes Mineral, sondern eine ganze Gruppe eng verwandter Borosilikate. Die meisten Turmaline in Edelsteinqualität gehören zum Elbait. Der Name geht auf das singhalesische Wort „turamali“ zurück, mit dem man in Sri Lanka farbige Kiesel bezeichnete. Mit einer Härte von 7 bis 7,5 auf der Mohs-Skala ist Turmalin hart genug für Ringe, Anhänger und Ohrschmuck, die täglich getragen werden.

Turmalin hat eine Eigenschaft, die ihn unter Edelsteinen besonders macht: Er ist pyroelektrisch. Wird ein Kristall erwärmt, lädt er sich elektrisch auf und zieht leichte Teilchen an. Niederländische Händler nannten ihn deshalb „Aschentrekker“ – Aschenzieher –, weil ein warmer Turmalin die Asche aus der Pfeife anzog. Ein Stein, der mit dem Feuer verbunden ist, im wörtlichen Sinn.

Wann heißt ein Turmalin Rubellit?

Rubellit ist die Bezeichnung für rote bis kräftig pinkrote Turmaline. Entscheidend ist nicht allein der Farbton, sondern seine Beständigkeit: Ein Rubellit behält sein Rot bei Tageslicht ebenso wie bei warmem Kunstlicht. Steine, die je nach Licht ins Bräunliche oder Blasse kippen, nennt man im Handel eher rosa oder roten Turmalin. Je gesättigter und gleichmäßiger das Rot, desto seltener und gesuchter ist der Stein.

Turmalin zeigt einen deutlichen Pleochroismus: Je nach Blickrichtung wirkt die Farbe heller oder tiefer. Beim Schleifen richten wir den Rohstein deshalb so aus, dass er von oben seine schönste und satteste Farbe zeigt. Gerade bei dunklem Rubellit entscheidet der Schliff darüber, ob das Rot leuchtet oder im Stein versinkt.

Woher kommen Rubellite?

Bedeutende Fundgebiete liegen in Brasilien, vor allem im Bundesstaat Minas Gerais, sowie in Nigeria, Mosambik und Madagaskar. Rubellite in reiner, kräftiger Farbe und in Größen über zehn Karat sind selten. Steine über zwanzig Karat in leuchtendem Rot kommen nur ganz vereinzelt auf den Markt.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Farbe: Ein kräftiges, gleichmäßiges Rot ohne braunen Unterton, das auch unter Kunstlicht beständig bleibt.
  • Schliff: Viele kleine, sauber polierte Facetten bringen Licht in den Stein. Dunkle, „tote“ Zonen sprechen für einen Schliff, der nicht auf das Material abgestimmt ist.
  • Behandlung: Manche Rubellite werden bestrahlt, um ihre Farbe zu vertiefen. Fragen Sie danach – wir sagen Ihnen offen, was wir über einen Stein wissen.
  • Dokumentation: Gewicht, Maße und Herkunft sollten nachvollziehbar angegeben sein.

Pflege

Turmalin reinigen Sie am besten mit lauwarmem Seifenwasser und einer weichen Bürste. Ultraschall- und Dampfreiniger sind für Turmalin nicht geeignet, ebenso wenig starke Temperaturwechsel. Bewahren Sie ihn getrennt von anderen Schmuckstücken auf, damit härtere Steine seine Kanten nicht verkratzen.

Ignis – unser Rubellit mit eigenem Namen

Manche Steine wachsen beim Schleifen über sich hinaus. Einer davon ist Ignis, ein Rubellit von 21,16 Karat aus Brasilien. Sein Zentrum glüht in tiefem Orangerot, ringsum werfen unzählige Facetten das Licht als Funken zurück. Ignis gehört zu unseren Signatures, Steinen mit eigenem Namen und eigener Geschichte, die wir nur auf persönliche Anfrage vergeben.

Weitere Turmaline, vom Rubellit über Lagoon bis zum Wassermelonen-Turmalin, finden Sie in unserer Turmalin-Sammlung. Sie besitzen selbst einen Turmalin, der neu geschliffen oder überarbeitet werden soll? Mehr dazu unter Dienstleistungen – oder schreiben Sie uns direkt.

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